Dipl.-Soz. Do. Gerbig
bis Februar 2011 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt "Die Bedeutung des Internets für gesellschaftliche Teilhabe -
am Beispiel alltäglicher Praxen Erwerbsloser"
E-Mail: do.gerbig[at]gmx[dot]de
Vita
1990 Realschulabschluss
1995 Geburt meines Sohnes, Luca
2001 Hochschulreife am Bayernkolleg Schweinfurt
2007 Abschluss als Diplom-Soziologin
Publikationen
Prozessual-strategische Subjektivität: Handlungsfähigkeit, politische Bündnisse und Widerstand aus queer-feministischer Sicht, erschienen unter: http://www.feministisches-institut.de/prozessual-strategisch/, 2009
Das prozessual-strategische Subjekt in Bewegung, erschienen in: AG Queer Studies (Hg.):Verqueerte Verhältnisse. Intersektionale, ökonomiekritische und strategische Interventionen, Hamburg 2009
Mein Hauptinteresse gilt hier verschiedenen Formen von Widerstand gegen normative Repräsentationen. In dem Artikel erläutere ich kurz mein Konzept der prozessual-strategischen Subjektivität und agency. Mit zwei Beispielen politischer Praxen - den anti-rassistischen und anti-identitären Strategien von Kanak Attak und der Arbeit queerer Kulturproduzent_Innen der AG 1-0-1 Intersex - veranschauliche ich die Vorstellung von widerständiger agency, die sich für mich mit prozessual-strategischen Subjekten verknüpfen lässt. Repräsentation als Intervention und ein gestaltendes Eingreifen in die Konstituierung von sozialer Wirklichkeit spielen dabei die Hauptrolle. Im Sinne einer breiteren Intervention in hegemoniale Diskurse plädiere ich für das Ausloten einer politischen Verbindung von anti-rassistischen und queer-feministischen Praxen. Handlungsfähigkeit sollte dazu als ein Privileg, das aus der eigenen Situiertheit entwächst anerkannt werden und die Widersprüchlichkeiten, vor allem von neoliberalen subjektiven Anrufungen, für die politischen Strategien nutzbar gemacht werden. Vielfalt statt Gleichmacherei, auch für politische Bündnisse!
Lehre
In Zusammenarbeit mit Kathrin Ganz und der AG Queer Studies Hamburg:
Gegenwärtige Entwicklungen der Queer Studies
Sommersemester 2009 und Wintersemester 2009/2010 an der Universität Hamburg
Vorträge
Die Widerständigkeit des prozessual-strategischen Subjekts
- Ein queer-feministischer Ansatz zu agency
Am 16.01.08 bei Jenseits der Geschlechtergrenzen
Mit Hilfe poststrukturalistischer, dekonstruktiver und queerer Ansätze will ich Subjektivität,
Handlungsfähigkeit und Widerstand als prozessual-strategisch entwickeln. Subjektive und politische
Handlungsfähigkeit (oder agency), die ich vor dem gleichen theoretischen Hintergrund fasse, spielt aus
meiner queer-feministischen Perspektive zusammen mit Widerstand eine zentrale Rolle für die
Subjektkonstituierung. Dies gilt sowohl für die Ebene der Wissensproduktion über Subjekte, als auch für die
Ebene der Praxen einzelner Subjekte.
Mir geht es vor allem um die Frage, welche Interventionen in hegemoniale Diskurse anti-rassistische und
queer-feministische Repräsentationen und Praxen vor dem Hintergrund einer neoliberal strukturierten
Gesellschaft leisten können.
Queere Ökonomiekritik - alternative Praxen
Zusammen mit Kathrin Ganz, Politologin, Hamburg
Am 12. November 2008 bei Jenseits der Geschlechtergrenzen
(Findet im Mai 2009 noch einmal an der Freien Uni Bamberg statt)
Kapitalismuskritik fällt normalerweise in die Domäne des Marxismus und der Kritischen Theorie,
während queerer Theorie und Politik vorgeworfen wird, sie können diese Strukturen von Herrschaft nicht denken.
Aus der eigenen queer-feministischen Perspektive behaupten wir trotzdem, dass queere Kapitalismuskritik
möglich und nötig ist.
Dazu wollen wir:
1. den Kapitalismus dekonstruieren - undoing capitalism!
2. Ein queeres und ein feministisches Auge auf Klassenprozesse werfen - diversifizieren!
3. Queer-feministische Auseinandersetzungen mit neoliberaler Ökonomisierung nachvollziehen -
how to queer economics?
4. Sexualität arbeiten lassen - Die Herstellung verkörperter, vergeschlechtlichter und sexueller
Subjekte & Produkte!
5. und schließlich intervenieren: Alternative Praxen ersinnen!
Workshops und Konferenzen
2003 - 2005: In Zusammenarbeit mit Dr. Antke Engel an der Universität Hamburg:
- "Intervention rather than Integration" Queer/feminist Critique of European Politics and Globalisation.
Internationaler Workshop, 27./28. September 2003
- "(Re)Working Conditions" Queer/Feminist Perspectives of Resistance Against Precarious Work,
2./3. Oktober 2004
- "Queere Theory - Queere Öffentlichkeit" Queer Theory in universitäre Forschung und Lehre,
Möglichkeiten queerer Interventionen in dominanzgesellschaftliche Felder und queeren Repräsentationsstrategien, 09./10. Juli 2005
5./6.11.2005: Mitorganisation der Veranstaltung von Prof. Dr. Marianne Pieper und Robin Bauer: "International Conference on Polyamory & Mono-Normativity", Universität Hamburg
18./19.05.2007: Mitorganisation des Workshops: "Queer, Sexualpolitiken und der Menschenrechtsdiskurs" von Dr. Antke Engel

