Blended-Learning-Szenario - Aktive Mitarbeit und gegenseitiges Feedback
Diskussionsanreize und Feedback in Veranstaltungen mit vielen TeilnehmerInnen
Wie können Dozierende in Veranstaltungen mit vielen TeilnehmerInnen einen fachlich guten und intensiven Austausch erreichen und den Studierenden ein angemessenes Feedback für ihre Arbeit geben? Vor dieser Frage standen auch die Verantwortlichen für die Veranstaltung "Gesellschaft im Wandel", die im Wintersemester vom Institut "Technik und Gesellschaft" als nichttechnisches Wahlfach angeboten wird. An ihr nehmen regelmäßig rund 100-120 Studierende aller Fachsemester und aus den verschiedenen Studienbereichen der TUHH teil.
Blended-Learning-Szenario
Um in der in früheren Semestern eher vorlesungsartig abgehaltenen Veranstaltung mehr aktive Beteiligung der TeilnehmerInnen zu erreichen, schlug die Wissenschaftliche Mitarbeiterin Miriam Barnat vor, die Veranstaltung im Wintersemester 2010/2011 auf vier Mitarbeiter des Instituts "Technik und Gesellschaft" aufzuteilen: Jeder betreute eines von vier verschiedenen Projekten und damit etwa ein Viertel der teilnehmenden Studierenden. Statt auf einem breiten, frontal vermittelten Überblick lag der Fokus auf der vertieften kompetenzorientierten Auseinandersetzung mit einem Aspekt des Themas gesellschaftlicher Wandel.
Die TeilnehmerInnen der Veranstalung "Gesellschaft im Wandel" werden während des Semesters in vier thematische Gruppen aufgeteilt.
Während des Semesters gab es fünf Präsenztermine für die Studierenden. In der Auftaktveranstaltung konnten sie Wünsche äußern, welches der vier Themen sie im weiteren Verlauf des Semesters bearbeiten wollten. Über das Semester verteilt fanden dann je drei weitere Termine in den Gruppen A-D mit ihrem jeweiligen Dozenten statt. Dort wurden die in Selbststudiumsphasen erarbeiteten Erkenntnisse wieder zusammengeführt.
Auf der Abschlusskonferenz am Ende des Semesters, in der wiederum alle Teilnehmer anwesend waren, präsentierten jeweils vorab benannte „Experten“ der einzelnen Gruppen die Ergebnisse ihrer Arbeit im Plenum.
Und was ist daran „e“?
Die Dozierenden stellten den Studierenden vorab in der Lernplattform Stud.IP oder per E-Mail ausgewählte Materialien zu den verschiedenen Themen zur Verfügung. Die Abgabe der Hausaufgaben vor den drei Präsenzterminen erfolgte ebenfalls über Stud.IP oder per E-Mail bzw. in einer Gruppe auch im Rahmen eines veranstaltungsbegleitenden Blogs. Insgesamt konnte durch die Begleitung mit neuen Medien die Präsenzzeit der Studierenden zugunsten einer selbstbestimmten, flexiblen Arbeit minimiert werden. Die Kommunikation mit den Dozierenden war neben der normalen Sprechstunde auch jederzeit über die Lernplattform Stud.IP möglich.
Präsentation und Feedback in einem Weblog
In der von Miriam Barnat betreuten Projektgruppe ‚Medienwandel’ wurden die neuen Medien genutzt, um die Methode des Peer-Feedbacks anzuwenden. Dazu stellte sie die Texte, die von den Studierenden in Gruppenarbeit während einer Selbststudiumsaufgabe verfasst worden waren, in ein so genanntes Weblog. Anschließend sollte jeder Studierende zu mindestens zwei Beiträgen ein ausführliches Feedback abgeben – dies war über die Kommentarfunktion zu den einzelnen Beiträgen sehr einfach und übersichtlich möglich, und die Studierenden hatten keinen großen technischen Aufwand, um sich in die Nutzung einzuarbeiten. So erhielten sie von mehreren Personen Rückmeldungen zu ihrer Arbeit und übten selber, anderen ein sachlich fundiertes Feedback zu geben. Außerdem hatten alle über das Weblog Einblick in die Themen, die KommilitonInnen bearbeitet hatten: „Die Idee des Blogs finde ich auch gut, da man so in kurzer Form auch die anderen Texte, die man nicht bearbeitet hatte, durchlesen [konnte] und das Gröbste darüber wusste.“
Screenshot von dem veranstaltungsbegleitenden Weblog "Gesellschaft im Wandel" (http:// tugiw.wordpress.com)
Was ist das Besondere daran?
Vor allem die erhöhte Aktivität der Studierenden bei der Bearbeitung der verschiedenen Materialien in ihren Gruppen
unterscheidet die Veranstaltung deutlich von der früher angebotenen. Dass diese intensivere Mitarbeit den Studierenden
auch Spaß macht, zeigen die positiven Rückmeldungen in der Evaluation der Veranstaltung.
Durch die geringere Anzahl von Präsenzterminen blieb ausreichend Zeit, um sich mit den Fachtexten, aber auch mit den
Texten der KommilitonInnen auseinanderzusetzen und Feedback zu geben. Eine ausführliche und sachliche Rückmeldung zu der
eigenen Arbeit zu bekommen, gleichzeitig anderen TeilnehmerInnen jedoch auch ein solches Feedback zu geben, erhöhte die
Motivation der Studierenden. Sie sahen, dass ihre eigene Arbeit wahrgenommen wurde. Die Beurteilung der Stärken und Schwächen
ihrer Arbeit aus verschiedenen Perspektiven half wiederum bei der persönlichen Weiterentwicklung.
Den Studierenden hat es gut gefallen!
Rückmeldungen der teilnehmenden Studierenden zeigen, dass sie es sehr positiv bewerten, in dieser besonderen Form der Veranstaltung stärker in das Geschehen einbezogen zu werden. Der Lernstoff bliebe so wesentlich besser im Gedächtnis. Ein Studierender meinte „Diese Art von Vorlesung würde ich sofort wieder besuchen und würde mich auch freuen, wenn andere Vorlesungen aus dem Pflichtbereich so wären.“
Miriam Barnat lädt die Texte der Studierenden in das Weblog zur Veranstaltung (http://tugiw.wordpress.com/)
Weitere Informationen / Ansprechpartner
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Bei weiteren Fragen oder Anmerkungen zum Thema wenden Sie sich bitte einfach an das eLearning-Kompetenzzentrum der TUHH,
wir beraten Sie gerne:
eLearning@tu-harburg.de
oder direkt an:
Corinna Peters, Institut für Telematik
peters@tu-harburg.de, 040-42878-3448
Wenn Sie in Ihren Lehrveranstaltungen auch eLearning-Methoden ausprobiert und umgesetzt haben, die für andere Institute
interessant sein könnten, teilen Sie es uns mit! So können wir auch andere auf Ihr Best-practice-Beispiel aufmerksam machen!

