Für die Menschen, die das Deutsche Reich auf der Flucht vor der nationalsozialistischen Verfolgung verließen, bedeutete die Emigration eine Zäsur in ihrem Leben und den Verlust von Heimat und Sprache. Sie nahmen nicht nur, wenn irgend möglich, private Besitztümer, Dokumente und Erinnerungsstücke mit, auch exportierten sie ihr Wissen, Erkenntnisse und Arbeitskraft in die Exilländer. In Kooperation mit dem Leo Baeck Institute, New York ist die Entstehung einer Forschungsarbeit zu diesem umfangreichen Themenfeld geplant.

Die Einreise mehrerer hundert hochqualifizierter Spezialisten hat wohl nirgends so deutliche und bis in die Gegenwart reichende Folgen gehabt wie in der Türkei. Dieses Land war Ziel zahlreicher deutschsprachiger Wissenschaftler, Architekten und Künstler, die als Professoren eine Vielzahl an türkischen Assistenten und Studenten ausbildeten. Zu diesem Aspekt entsteht derzeit eine Habilitationsschrift von Frau Burcu Dogramaci. In ihrem Forschungsprojekt widmet sie sich den Auswirkungen des Wissenstransfers und untersucht, welchen Einfluss deutsche und österreichische Migranten auf die Genese der Architektur, Bildhauerei und des Faches Kunstgeschichte in der Türkei hatten. Die Habilitation von Frau Dogramaci ist institutionell nicht mit der TUHH verbunden.