Gesprächskreise
Im Rahmen des Drittmittelprojektes der Claussen-Simon-Stiftung werden Gesprächskreise veranstaltet, in denen auf Einladung der TUHH-Humanities eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern, Künstlern und anderen Kulturschaffenden zusammenkommt, um über Verbindungs- und Trennlinien zwischen Kultur und Technik zu diskutieren.
Die Diskussion und der offene Austausch von Ideen leisten einen Beitrag zur Vernetzung und wechselseitigen Befruchtung der verschiedenen Arbeitsfelder. Dabei werden auch hochbegabte Studenten und Doktoranden eingebunden und auf diese Weise in ihrer wissenschaftlichen und persönlichen Entwicklung gefördert.
Erster Gesprächskreis
„Kunst und Technik. Welche Bedeutung haben sie füreinander?“
21./22. Juni 2002
Teilnehmer
- Dr. Eike Bohlken (Humanities, TU Harburg)
- Christina Bonherbe (Humanities, TU Harburg)
- Prof. Dr. Hans Joachim Braun (Institut für Geschichte, Universität der Bundeswehr Hamburg)
- Dr. Lucas Burkart (Historisches Seminar, Universität Basel)
- Prof. Dr. Margarete Jarchow (Humanities, TU Harburg)
- Dipl. Ing. Karl Kegler (Geschäftsführer Forum Technik und Gesellschaft, RWTH Aachen)
- Markus Lohoff (Institut für Kunstgeschichte, RWTH Aachen/Universität Koblenz)
- Prof. Dr. Achatz von Müller (Historisches Seminar, Universität Basel)
- Stefan Raunser (Max-Planck-Institut für Biophysik Frankfurt/Main, Promotionsstipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes)
Thema dieses ersten Gesprächskreises war das Verhältnis von Kunst und Technik. Dabei ging es zunächst um den Austausch von Erfahrungen: Welche Verbindungs- und Trennlinien zwischen Kunst und Technik bestehen in den verschiedenen Arbeitsbereichen der Teilnehmer, die aus Deutschland und der Schweiz angereist waren. Ziel war dabei weniger eine abschließende Verhältnisbestimmung von Kunst und Technik als vielmehr die Vernetzung und Bündelung von Ansätzen und Projekten. In den lebhaften Diskussionen, die sich im Anschluß an eine Reihe von Kurzvorträgen ergaben, kristallisierten sich aber auch einige Kriterien heraus, die für eine allgemeine Bestimmung des Verhältnisses von Kunst und Technik zu beachten wären.
Im Ausgang von seinem Habilitationsprojekt „Das Blut der Märtyrer – Schätze und Schatzbildung im Mittelalter“ sprach Lucas Burkart (Basel) über das Verhältnis von Materiellem und Immateriellem in der Kunst. Die vermittels künstlerischer/kunsthandwerklicher Techniken gearbeiteten Schätze verbinden die Momente materieller und immaterieller Akkumulation (Beispiel: der Heilige Gral als Schatz aller Schätze). Kunst bzw. Technik fungieren dabei als Transformationsinstanzen. Sie lassen das Immaterielle im Materiellen sichtbar werden.
Stefan Raunser (Frankfurt) unternahm einen Brückenschlag von seiner Forschungsarbeit im Max-Planck-Institut zur Kunst. Er arbeitet an der halbkünstlichen Herstellung (Kristallisation) natürlicher Proteine. Wolle man diese Tätigkeit mit der eines Künstlers vergleichen, komme am ehesten die des Bildhauers in Frage. Hinderlich für eine solche Analogie sei jedoch der unterschiedliche Zweck. Die Kristallherstellung des Naturwissenschaftlers folge primär dem Ziel der Nützlichkeit. Dementsprechend lasse sich die Proteinkristallisation allenfalls als Kunsthandwerk charakterisieren.
In einem zweiten Näherungsversuch lassen sich die Berührungspunkte zwischen Naturwissenschaftlern und Künstlern untersuchen. Auf der einen Seite stellt sich die Frage, wo ein Naturwissenschaftler der Kunst begegnet, wenn er es nicht unbedingt darauf anlegt. Die spontane Antwort lautete: in den 0,5 Prozent seines Institutsneubaus, die er an „Kunst am Bau“-Projekte verliert. Das Verhältnis der Naturwissenschaftler zur Kunst sei dabei ambivalent. Auf der einen Seite steht das (Vor)Urteil, die Kunst sei brotlos und führe zu weder hieb- noch stichfesten Ergebnissen, die aufgrund ihrer mangelnden Exaktheit von geringerem Wert für die Gesellschaft seien als die ,harten‘ Resultate der Naturwissenschaften.
Auf der anderen Seite bringe der Naturwissenschaftler dem Künstler oder präziser: der künstlerischen Lebensform jedoch durchaus Respekt entgegen. Dieser Respekt äußert sich zum einen in der Freizeitgestaltung, innerhalb derer die aktive wie passive Beschäftigung mit Kunst einen hohen Stellenwert einnehme. Zum anderen verstünden sich die in der (Grundlagen)Forschung arbeitenden Naturwissenschaftler gerne selbst als Künstler, da sie im Gegensatz zu den Wirtschaftsingenieuren für ein höheres Ziel arbeiteten, indem sie der Wissenschaft dienen. Die Künstler würden so lange geschätzt, wie sie den Naturwissenschaftlern keine Forschungsgelder streitig machen. In der Konkurrenzsituation werde dann doch wieder das Nützlichkeitsargument hervorgeholt und gegen die Kunst ausgespielt.
Markus Lohoff (Aachen/Koblenz) berichtete von einem Buchprojekt an der RWTH Aachen, das die Funktion des Bildes in Wissenschaft und Technik untersuche. Als Bereiche, in denen die Verbindung von Kunst/Bild und Technik/Wissenschaft besonders hervortritt nannte er unter anderem:
- die Geschichte der Bilder in der Wissenschaft,
- das Zeichnen, das durch die Notwendigkeit des ständigen Abgleichs zwischen Objekt und Bild eine andere, intensivierte Form der Wahrnehmung befördert und eine Schulung des Blicks bewirkt. Im Buch geht es dabei sowohl um die Konzentration von Fotoaufnahmen zu dreidimensionalen Zeichnungen (z.B. in Biologiebüchern) als auch um die Übertragung „anatomischer“ Fantasien in die Kunst.
- Architektur,
- Bauforschung – z.B. Visualisierung von Spannungen in den verbauten Materialien,
- Simulation und Bildgebung (etwa im Hinblick auf Materialwissenschaften). Rekonstruktionsversuche technischer Prozesse, etwa antiker Bronzegussverfahren bzw. deren Teilbereiche (z.B. des Auskühlens),
- 3D-Scans und Web-Prototyping,
- die Typologie des mikroskopischen Blicks und seiner „ästhetischen“ Eigenschaften,
- Medizinische Verfahren der Bildgebung mit dem Ziel, Unsichtbares sichtbar zu machen,
- Neuroimaging und funktionale Bildgebung,
- Bildausfälle bei Aphasikern (Beispiel: Künstler malen Migränezustände).
Diskutiert wurde über die Verwendung des Worts „ästhetisch“. Lohoff wollte es in der ursprünglichen Bedeutung von „auf die Wahrnehmung bezogen“ verstanden wissen. Fraglich bleibt jedoch, inwieweit sich die heute vorherrschende Bedeutung des „Künstlerisch Wertvollen“ dem ohne Weiteres unterordnen läßt.
Lohoff stimmte mit Raunser darin überein, dass sich Wissenschaftler gerne als Künstler sehen. Dies könnte auf das gemeinsame Moment des Formens oder Gestaltens zurückzuführen sein: Auch in der Wissenschaft geht es um Konstrukte und um Leerräume, die gefüllt werden müssen; auch der Wissenschaftler freut sich an der Plastizität seiner Arbeit in ,schönen‘ Bildern, Objekten und Texten.
Wissenschaftsgeschichtlich habe die Kunst im Dienste der Wissenschaft gestanden. Es seien zunächst Künstler gewesen, die wissenschaftliche Zeichnungen anfertigten, bis die Ingenieurzeichnung standardisiert und gelehrt wurde. Der Künstler brauche Technik(en), um seine Visionen zu verwirklichen.
Karl Kegler (Aachen) referierte über die Bedeutung von Bildern für die Kommunikation der Wissenschaft mit der Öffentlichkeit. Dabei gelte es zu berücksichtigen, daß das Bild als Erkenntnis(mittel) bzw. als Manifestation von Forschungsergebnissen selbst noch nicht dem Bereich der Kunst angehöre. Die Methodik der Kunst lasse sich nicht wirklich auf die Natur- und Technikwissenschaften übertragen. Sinnvoll sei aber etwa eine Untersuchung der Sehgewohnheiten in ihrer Bedeutung für die Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Ergebnisse. Dabei gehe es nicht zuletzt um Selbstbilder der Technik. Zwei wichtige Untersuchungsfelder seien der Umgang mit technischen Katastrophen und (veraltete) Prognostiken z.B. des Internets als Weltgehirn.
Die Funktion der Technik lasse sich allgemein als das Vorantreiben des Fortschritts und die Emanzipation von der Natur zum Zwecke der Objektivierung und Beherrschung der Wirklichkeit beschreiben. Dabei könne an die These Sigmund Freuds aus „Das Unbehagen der Kultur“ angeknüpft werden, der Mensch sei ein „Prothesengott“. Er ersetze und steigere menschliche Leistungen durch technische Geräte. Eine neue und einschneidende Welle dieser Ersetzung habe mit der Computerisierung/Digitalisierung und der Entwicklung von „Informatikprothesen“ eingesetzt. Kegler untersucht diese Prothesen anhand von Agenturbildern, die Science-Fiction-artig die Verschmelzung von Mensch und Technik darstellen. Diese Bilder manifestierten einen gesellschaftlichen Trend, ein kulturelles Bedürfnis. Die Symbiose mit der Technik werde nicht nur positiv, sondern oft als unangenehmes Spannungsverhältnis dargestellt. Das Bild von der Technisierung des Menschen oszilliere zwischen Erweiterung und Manipulation.
Die untersuchten Bilder dokumentieren allerdings weniger Selbstbilder der Techniker als Bilder der Technik. Ziel einer kulturwissenschaftlichen Untersuchung müsse es sein, das jeweils zugrundeliegende Verständnis der Technik durch Hinterfragung der Bilder und Selbstbilder transparent zu machen.
Alexander Piecha (Osnabrück) kritisierte die Gegenüberstellung von Kunst und Technik, die eine Dichotomie andeute, wo keine vorhanden sei. Kunst und Technik seien keine Bereiche, die sich sauber voneinander trennen ließen. Die im Rahmen der Fragestellung nach der Bedeutung von Kunst und Technik füreinander relevanten Gegensätze seien die der Geisteswissenschaften auf der einen und der Natur- und Technik-/Ingenieurswissenschaften auf der anderen Seite sowie diejenigen von Kunst und Wissenschaft.
In bezug auf den Gegensatz von Kunst und Wissenschaft sei es wichtig, beide Bereiche weder zu vermengen noch gegeneinander auszuspielen, da es sich bei ihnen um gleichwertige Zugänge zur Welt bzw. Weisen der Welterschließung handele. Während die Wissenschaft durch die Praxis des Beobachtens und die Arbeit mit Parametern gekennzeichnet werden könne, sei die Kunst vorrangig durch das individuelle Erleben zu charakterisieren (eine Performance z.B. könne nicht zweimal in derselben Weise wiederholt werden). Während sich Wissenschaft als programmatisches und arbeitsteiliges Kollektivunternehmen verstehen lasse, könne innerhalb der Kunst nicht von Kooperation und Arbeitsteilung gesprochen werden. (Ein Einwand gegen diese These verwies auf die Möglichkeit der Stil- und Gruppenbildung).
Aufschlußreich für eine Bestimmung des Verhältnisses von Kunst und Technik (bzw. von Kunst und Wissenschaft) sei gegenwärtig vor allem der Bereich der Neuen Medien. Weiterführen würden dabei drei Fragestellungen:
1. die Frage nach dem Kunstcharakter der in den Neuen Medien dargebotenen Inhalte,
2. die Bedeutung der modernen Technologie für das künstlerische Schaffen und
3. die Frage nach der Bedeutung der Kunst für die technischen Entwicklungen der Gegenwart.
Für die erste Frage sei zunächst einmal das Beherrschen künstlerischer Techniken relevant. Kunst komme von „Können“ und nicht von „Wollen“. Hinzu komme das zweite Kriterium der Originalität. Das eigentlich Künstlerische liege nicht in der Fähigkeit, etwas nachschaffen zu können, sondern in der Erst- und Einmaligkeit des Geschaffenen. Ein Berührungspunkt der Kunst zur Wissenschaft ergebe sich, wenn man die originäre Kunst als Suchen nach neuen Strategien der Problemlösung begreife.
Zur Frage der Bedeutung der modernen Technologie für das künstlerische Schaffen hielt Piecha fest, daß das Beherrschen spezifisch künstlerischer Techniken in den Neuen Medien mit der zunehmend einfacheren Bedienung komplexer Technologien an Selbstverständlichkeit verliere. Diese Entwicklung begünstige die Position eines „anything goes“. Die durch diese ,technische Emanzipation‘ gewonnene Freiheit führe jedoch nicht automatisch zu einem größeren Output an guter Kunst (Stichwort: postmoderne Beliebigkeit).
Als relevanter Faktor für die dritte Frage nach der Bedeutung der Kunst für die technischen Entwicklungen der Gegenwart könnte sich die Funktion der Kunst erweisen, neue Techniken durch ihren Umgang mit diesen spielerisch zu hinterfragen. Die Differenz von künstlerischem und „normalem“ Gebrauch könnte das Augenmerk stärker auf das mediale Moment der neuen Kommunikationstechnologien lenken.
Positiv gefaßt, ließen sich die Neuen Medien als Ort der Wiederzusammenführung von Technik und Kunst sowie von Kunst und Wissenschaft verstehen. In Bezug auf das Verhältnis von Technik und Kunst gelte es, die ästhetischen Möglichkeiten der Neuen Medien auszuloten – etwa zu untersuchen, inwieweit die Neuen Medien auf ein neues Wahrnehmungswissen führen. Neben den verschiedenen Thesen zur Funktion der Kunst und der Technik und zu dem Verhältnis von Kunst und Wissenschaft bleibt festzuhalten, daß ein weitergehender Versuch einer Verhältnisbestimmung von Kunst und Technik bzw. der dieses Verhältnis bestimmenden Verbindungs- und Trennlinien die vier Kriterien von Sprachgebrauch, Bildgebrauch, Methodologie und Wertschätzung (Selbstbild, Fremdbild, Bild in der Öffentlichkeit) zu berücksichtigen hat.
Zweiter Gesprächskreis
„Welche Bedeutung hat die Kunst für die Vermittlung kultureller Kompetenz?“
20. September 2002
Fragestellung:
Kulturelle Kompetenz besteht in der Fähigkeit, sich in den verschiedenen Bereichen der Kultur (Kunst, Wissenschaft, Religion etc.) zu orientieren und die für diese typischen Kulturgegenstände als solche zu identifizieren und mit ihnen umzugehen. Da die Vermittlung kultureller Inhalte in immer stärkerem Maße über visuelle Kanäle erfolgt – manche reden gar von einem „iconic turn“ –, gewinnt die visuelle Kompetenz oder Bildkompetenz erheblich an Bedeutung (Stichwort: Bilderflut). Im Hinblick auf die zunehmende Visualisierung stehen sich positive und negative Auswirkungen gegenüber: Auf der einen Seite sind die leichtere Fassbarkeit visualisierter Inhalte und das kreative Potential eines bildhaften Denkens zu nennen. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr einer Nivellierung durch Visualisierungen, wenn diese nicht der besseren Veranschaulichung, sondern der Simplifizierung von Inhalten und der Konditionierung von Seh- und Denkgewohnheiten dienen. Um die genannten positiven Effekte besser zu nutzen und den negativen gegenzusteuern, empfiehlt sich die zielgerichtete Ausbildung kultureller und zwar insbesondere visueller Kompetenz. In einer Arbeitsdefinition läßt sich visuelle Kompetenz als die Fähigkeit definieren, Bildern auf den Grund zu gehen, sie in ihrem Gehalt, ihrer Form und ihrer Suggestivkraft zu erfassen. So verstanden, markiert sie einen wichtigen Teilbereich der vielbeschworenen Medienkompetenz. Die Frage, welchen Beitrag die Kunst für die zielgerichtete Vermittlung (Didaktik) kultureller und dabei insbesondere visueller Kompetenz zu leisten vermag, steht im Zentrum des zweiten Gesprächskreises „Begegnungen von Kultur und Technik“. Sie knüpft insofern an das Thema des ersten Gesprächskreises an, als die zunehmende Bedeutung von Visualisierungen wesentlich durch die Kommunikationstechnologie der Neuen Medien vorangetrieben worden ist. Um die Diskussion stärker zu fokussieren, sollen sich die Beiträge an folgenden Punkten orientieren, die das Verhältnis von Kunst und kultureller und insbesondere visueller Kompetenz betreffen:
1. Welche Rolle spielt die Kunst als klassische Bildwissenschaft für die Ausbildung von kultureller Kompetenz und dabei insbesondere von visueller Kompetenz?
2. Wird Kunst zur primären Instanz der Aufklärung in einer ikonisierten Welt?
3. In Zusammenhang mit visueller Kompetenz ist der Begriff des Bildhandelns geprägt worden. Was ist darunter zu verstehen?
4. Was heißt es, „sich ein Bild von etwas zu machen“?
5. Welche Bedeutung hat der sprachliche Ausdruck für die visuelle Kompetenz? Muss man über Bilder reden können?
6. Anders herum: Welche Bedeutung hat die visuelle Kompetenz für den sprachlichen Ausdruck? Muß man sehen gelernt haben, um artikuliert sprechen zu können?
Zu diskutieren wäre zudem, welche Rolle der Kunst bzw. einer ästhetischen Erziehung bei der Vermittlung visueller Kompetenz für die Persönlichkeitsbildung zukommt.
Von grundlegender Bedeutung für die Beantwortung der genannten Fragen sind desweiteren eine Reihe von Punkten, die das Verhältnis von Kunst und Wissenschaft betreffen. Notwendig scheint hier eine Ausdifferenzierung des Bild- und des Ästhetikbegriffs bzw. des unterschiedlichen Gebrauchs, der in Wissenschaft und Kunst von Bildern und Wahrnehmungsweisen gemacht wird:
1. Gibt es Berührungspunkte bzw. eine Schnittmenge zwischen wissenschaftlichen und künstlerischen Bildern? Sind sie in anderer Weise symbolisch geladen?
2. Gehört das Bild als Erkenntnismittel bzw. als Manifestation von Forschungsergebnissen überhaupt dem Bereich der Kunst an? Oder ist Kunst bzw. die Beschäftigung mit ihr ,lediglich‘ ein didaktisch wertvolles Hilfsmittel, um zu einem besseren Verständnis der Medialität wissenschaftlichen Arbeitens zu gelangen?
3. Ist es sinnvoll, künstlerische wie wissenschaftliche Bilder mit den gleichen Methoden auf ihren ästhetischen Gehalt zu befragen?
4. Welche Rolle spielt bildhaftes Denken – als die Fähigkeit „in und durch bildnerische Formen zu denken“ (Horst Bredekamp) – innerhalb der naturwissenschaftlich-technischen und innerhalb der geisteswissenschaftlichen Disziplinen?
5. Können Wissenschaftler von der Kunst etwas für die Gestaltung wissenschaftlicher Theorien lernen?

