Werkverzeichnis Karen Müller

Das Forschungsprojekt nimmt eine Katalogisierung und Untersuchung des Werks der zeitgenössischen Keramikkünstlerin vor.

Zur Person und zum künstlerischen Schaffen von Karen Müller:
Karen Müller wird von Peter Schmitt vom Badischen Landesmuseum in Karlsruhe zu den wenigen deutschen Keramikkünstlern gezählt, die internationale Anerkennung genießen. Sie erhielt wichtige deutsche Auszeichnungen wie den Bayrischen Staatspreis (1984), den Danner-Preis (1987), den Picasso Preis in Vallauris, (1990), Preise in Japan und den USA. Ihre Schalen aus Porzellan haben Karen Müller bekannt gemacht. Es scheint auf den ersten Blick, als sei die Schale Zweck Karen Müllers künstlerischen Schaffens, besonders die überdimensionierte Schale. Die subtilen Farben wirken durch ihre matte Oberfläche nach dem Hochbrand unverfälscht und asketisch, da bewusst auf zusätzliche Glasuren verzichtet wird. So fangen sie das Licht ein und lassen es durchscheinen. Die Faszination der Schale liegt für Karen Müller in der fast archaischen, zeitlosen Form. Die Schalen sind dem Material Porzellan abgerungen und wirken doch elegant. Die Anstrengung, technische Meisterschaft und Disziplin, die dazu nötig sind, ein solches Werk zu erschaffen, treten in den Hintergrund, und es bleibt nur Leichtigkeit. Und doch suchen sie ihre Balance, denn ihre Böden sind häufig nach außen gerundet, so dass sie pendeln oder seitlich gekippt sind. In Paaren oder Gruppen konzipiert stellen sie im Miteinander Verbindungen untereinander her. Trotz ihrer Größe (bis zu fast 80 cm im Durchmesser) wirken sie wegen ihrer Schräglage und ihrer perfekten Form fragil und zart und ruhen in sich. Auch wenn das Werk dieser Künstlerin praktisch mit ihren Schalen gleichgesetzt wird, lässt es sich doch nicht darauf reduzieren. Seit ihrer Zeit an der Akademie für Bildende Künste in München bei Prof. Franz Eska spielt auch die Skulptur eine zentrale Rolle. Zum künstlerischen Wesen Karen Müllers gehören beide Seiten, die Gradlinigkeit der Schale und das Überschwängliche der Skulptur. Da die meisten der Skulpturen schnell auf Sammler treffen, begegnen sie oft gar nicht erst der breiten Öffentlichkeit.
Die plastischen Arbeiten bilden einen Gegenpol zu den Schalen. Wo die Schalen in der Form perfekt, glatt und fast minimalistisch sind, ja fast distanziert wirken, sprühen die Skulpturen vor Dynamik und Lebensfreude. Sie wirken frei, kraftvoll, als wollten sie Ketten sprengen. Sie sind nicht glatt und zeigen deutlich die Spuren der Bearbeitung. Der Farbauftrag scheint fast übermütig im Vergleich mit den zarten Farben der Schalen. Die Künstlerin selbst versteht viele ihrer Skulpturen als Ausdruck ihres Schalks und Humors. Sie braucht die gestalterische Freiheit der Skulptur auch als Ausgleich zur strengen Disziplin, die ihr das Material Porzellan abverlangt.

 

Anfangs wurden die figürlichen Arbeiten auf der Scheibe gedreht und dann durch Ziehen, Drücken und Verformen in ihre endgültige Form gebracht. In der letzten Zeit baut Karen Müller ihre Skulpturen ausschließlich auf. Sie verbindet die Malerei der Skizzen mit der Plastik.Form und Farben sind im Voraus festgelegt.



Die Keramikerin bearbeitet das Porzellan mit Händen und Hölzern und gibt ihm so seine plastische Form, die sich mit den Vorstellungen, wie gemeinhin Objekte aus diesem Material zu sein haben, in keiner Weise deckt. Die Figuren bilden mit den Gemälden eine Einheit.