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Lehre
EINFÜHRUNG
Humanities bietet den Studenten Vorlesungen, Wochenend-Workshops, Intensiv-Seminare, Exkursionen, praxisnahe Kreativ-Workshops und eine öffentliche Vortragsreihe, bei der Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik aktuelle Erkenntnisse zum Thema „Kultur und Technik“ vorstellen.
Den angehenden Ingenieuren werden so tiefgehende Kenntnisse über die Zusammenhänge zwischen Geschichte, Wissenschaft und Technik vermittelt. Dabei werden die Entwicklungen von Maschinen, Geräten und Verfahren bis zu ihren Ursprüngen zurückverfolgt und Vergleiche zwischen den unterschiedlichen Entwicklungsstadien von Technologie in den verschiedenen Ländern und Epochen angestellt. Die Verwendbarkeit historischer Erkenntnisse sowie ihr Einfluss auf moderne Lösungen werden aufgezeigt.
Die Auseinandersetzung mit Angewandter und Bildender Kunst in Europa lässt Rückschlüsse zu, wie sich beide nach Ländern und Epochen unterscheiden, und wie sie andererseits miteinander verzahnt sind. Immer wieder lassen sich Querbezüge zu technischen Neuerungen und Entwicklungen ziehen. Die Beschäftigung mit Kunst stellt für Techniker eine gute Möglichkeit dar, andere wissenschaftliche Methoden kennen und anwenden zu lernen, beispielsweise durch Objektbeschreibung, Analyse, Einbeziehung des gesellschaftlichen Kontextes und Historie, Formulierung einer These und deren argumentativ schlüssiges Vertreten in Wort und Schrift.
Der angehende Ingenieur erwirbt kulturelle Kompetenz durch die Erweiterung seines Blickwinkels. Er fördert seine Kreativität für die Entwicklung technischer Verfahren und Maschinen und lernt, technische Probleme durch ungewöhnliche Ansätze zu lösen. Er übt, komplexe Zusammenhänge in klar gegliederte, verständliche Worte zu kleiden, erwirbt eine weit gefächerte Allgemeinbildung und erkennt, wie sehr er von der ihn umgebenden Kultur, beispielsweise der allgegenwärtigen Bildkultur, unbewußt geprägt und in seinen Entscheidungen, Handlungen und Entwicklungen beeinflusst wird. Wie sehr Technik- und Technologieentwicklung vom gesellschaftlichen Umfeld abhängt, wird verständlich, wenn man sich mit den jeweils zeitgenössischen politischen und sozialen Gegebenheiten auseinander setzt. Humanities vermittelt die Grundlage europäischer Geschichte und der kulturellen Entwicklung europäischer Staaten und Regionen. Die Studenten setzen sich mit den unterschiedlichen politischen Systemen auseinander, erkennen den Einfluss der Industriellen Revolution auf die soziale Struktur der Gesellschaft, erhalten Einblick in die Wechselwirkungen durch politische Allianzen und Konflikte. Ein Schwerpunkt liegt außerdem auf der aktuellen Europa- und Deutschlandpolitik. Seit dem SoSe 2000 implementiert die Arbeitsgruppe Humanities ihr Studienkonzept schrittweise im Studienalltag der angehenden Ingenieure an der Technischen Universität Hamburg Harburg. Ihre Vorlesungen sind nun allen Studenten zugänglich.
DIDAKTIK
Humanities als Studienfacherweiterung trifft auf fundamental andere Rahmenbedingungen, als sie bei geisteswissenschaftlichen Hauptstudiengängen zu finden sind. Eine ausgewogene Didaktik hat dies durch sorgfältig aufeinander abgestimmte, unterschiedliche Veranstaltungstypen zu berücksichtigen.
Humanities Veranstaltungen setzen sich zusammen aus:
Vorlesungen
Seminaren
Kreativworkshops
Exkursionen
Vorträgen
Der Stoff wird in vier aufeinander aufbauenden Stufen vermittelt:
1.Grundlagen 2.Vertiefung 3.Erfahrung 4.Umsetzung
Die Lehrinhalte der einzelnen Veranstaltungstypen sind so abgestimmt, dass jeder Typ eine Teilaufgabe in diesem Lehrkonzept übernimmt. Angehende Ingenieure gehören zu den Spitzenstudenten mit häufig hervorragenden Lern- und Arbeitstechniken - sie brauchen die Herausforderung durch anspruchsvolle, intensive Kurse. „Schnelldurchgänge“ durch geisteswissenschaftliche Disziplinen oder verwässerte Grundkurse können kaum nachhaltige Ergebnisse hervorbringen. Stattdessen setzt das Curriculum auf die exemplarische Behandlung anspruchsvoller Einzelthemen. Dabei werden die gewählten Themen oft über die Grenzen der einzelnen klassischen Disziplinen hinaus behandelt. So werden Musik, Kunst, politische und Alltagsgeschichte und die Naturwissenschaft und Technik einer Epoche gemeinsam dargestellt, um ein übergreifendes Gesamtbild zu vermitteln.
Gefordert ist eine Überbrückung der „zwei Kulturen“, dies geschieht vor allem durch Fördern eines Verständnisses für die anderen Vorgehens- und Denkstrukturen der Geisteswissenschaftler. Dazu muss man zunächst die Sprache als Kommunikationsträger stärken – hier geht es nicht um Sprachunterricht, sondern um schriftliche und mündliche Eloquenz, Ausdrucks- und Überzeugungsfähigkeit, Fähigkeiten, bei denen Studenten der Ingenieurwissenschaften oft einen Nachholbedarf haben. Eine aktive Beteiligung der Studierenden ist dafür unabdingbar und in allen Veranstaltungstypen vorgesehen. Es gibt Diskussionsgruppen und Präsentationen in den Vorlesungen, studentische Projekte in den Seminaren und eigene, kreative Betätigung in den Kreativworkshops.
Das wichtige Ziel des Humanities Curriculums ist die Vermittlung von kulturellen und sozialen Soft Skills. Dies ist nur über Humanities-Inhalte möglich.
Ein weiteres Ziel der Humanities-Ausbildung ist die Festigung moralischer und ethischer gesellschaftlicher Werte bei den Studierenden. Diese sind indirekt vermittelbar, können gefördert und gepflegt, jedoch nicht neu angelegt werden.
Eine adäquate Didaktik muss schließlich auch dem Umstand Rechnung tragen, daß die Früchte der Humanities-Ausbildung langfristiger Natur sind. Oft kommen sie erst beim Erreichen höherer Karriere- und Altersstufen voll zum Tragen. Auch deshalb gibt es im Humanities Curriculum keinen festen Wissenskatalog, keinen „Bildungskanon“.
HUMANITIES CURRICULUM GRUNDGERÜST
1 Vorlesung (2 SWS) Bau- Stil- und Kulturgeschichte
Die Vorlesung wird in jedem Wintersemester angeboten
1 Blockseminar (2 SWS) European Culture
1 Kreativseminar ( 1 SWS): Wechselnde Inhalte
1 Exkursion ( 1 SWS) mit wechselnden Zielen
Angebot im Sommersemester:
1 Blockseminar (2 SWS) Humanities and Engineering:
Wechselnde interdisziplinäre Inhalte
Angebot im Wintersemester:
1 Blockseminar (2 SWS) Ethics for Engineers
Wechselnde Inhalte
Zusatzangebot
1 öffentlicher Abendvortrag Begegnungen von Kultur und Technik mit verschiedenen Themen (weitere Informationen sind unter der Rubrik Vortragsreihe zu finden.)

