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European Culture

 
European Culture: Literatur

Von Automobilen, Drahtwalzwerken und Dynamomaschinen:

Technik in der Literatur der Weimarer Republik

 

Dozentin: Miriam Schubert

2 SWS, 2 ECTS(Blockseminar, Sprache deutsch)

 

Zeit:

Mi. 20.06.12, 13:00 – 18:00, SBS 95 A, R. AO.19

Sa. 07.07.12, 10:00 – 18:00, SBS 95 D, R. D 0.010

So. 08.07.12, 10:00 – 18:00, SBS 95 D, R. D 0.010

Anmeldung vom 27.03. – 23.04.12 über Stud.IP

Contact: Humanities Department, SBS 95 E, room 1.011/ 1.026, humanities@tu-harburg.de

 

Besprechung und Referatsvergabe in der ersten Sitzung, am 20.06.2012.
Leistungsnachweis: Referat mit Vortrag

 

„Was ist Technik?“ fragt der Ingenieur und Philosoph Friedrich Dessauer 1927 in seiner Philosophie der Technik und beantwortet diese Frage dann folgendermaßen:

[…] daß wir mit elektrischen Kabeln oder durch den Aether Schrift, Sprache, Bild in die Ferne tragen: daß wir fliegen; daß der Pflug die Erde aufreißt; daß unsere Nächte erhellt sind, unsere Wohnungen erwärmt, daß wir Häuser, Brücken, Wege haben, daß wir die Planeten deutlich sehen, messen, wägen können, daß der Blitz unser Haus verschont, daß Wasserkräfte der Alpen in Nürnberg und in Mailand Maschinen treiben, daß wir gewebte Kleider tragen, der Seuchen Herr werden, die Kohle aus dem Bergwerk, den Stickstoff aus der Luft holen, daß wir alle zu essen haben, daß wir in das Innere der Körper schauen können!

Das Zitat zeigt: Technik ist Mitte der zwanziger Jahre bereits allgegenwärtig im Leben der Menschen. Dennoch ist sie ein Phänomen, das viele Fragen aufwirft. Was bedeutet Technik für das Leben des einzelnen Menschen? In welcher Beziehung stehen Mensch und Maschine? Ist die Technik eine Gefahr für den Menschen oder eine Bereicherung? Viele – vorrangig männliche – Schriftsteller, aber auch Journalisten, Maler, Fotografen und Filmemacher widmeten sich in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts in ihren Werken diesen Fragen.

In diesem Seminar wollen wir uns daher näher ansehen, welche Rolle Technik und Maschinen in literarischen, journalistischen und filmischen Werken aus der Zeit der Weimarer Republik spielen. Anhand einer Reihe ausgewählter kurzer, literarischer Texte, Reportagen und Filmbeispiele soll untersucht werden, wie in den zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts Schriftsteller wie Bertolt Brecht, Heinrich Hauser, Joseph Roth und andere die Fragen nach der Technik gestellt und beantwortet haben.

Ausgehend von der Frage nach der Technik soll das Seminar einerseits einen Einblick in die kulturell und politisch sehr ereignisreiche Zeit der Weimarer Republik geben, die ja oft unter dem glorifizierenden Begriff der „Goldenen Zwanziger“ firmiert. Zum anderen soll die literarische Strömung jener Jahre, die meist als „Neue Sachlichkeit“ bezeichnet wird, näher in Augenschein genommen werden. Außerdem wollen wir mehr über Leben und Werk der behandelten Autoren erfahren.

 

Die Texte für das Seminar werden in einem digitalen Reader in StudIP bereitgestellt. Jeder/jede Studierende muss im Rahmen des Seminars ein kurzes Referat halten. Die Themen der Referate werden in der ersten Sitzung verteilt. Die Lektüre aller behandelten Texte und die regelmäßige aktive, mündliche Teilnahme an allen drei Seminarsitzungen sind eine Voraussetzung für den Erwerb von Leistungspunkten.

 

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