Die Entwicklung des Instituts

Das heutige Institut für Produktionsmanagement und –technik wurde 1982 (4 Jahre nach Gründung der TUHH) unter der Widmung „Fertigungstechnik - insbesondere Fertigungsplanung mit EDV“ gegründet. Mit der Berufung von Professor Nedeß entwickelte das Institut von Anfang an zwei Schwerpunkte in Forschung und Lehre, nämlich „Neue Formen und Mittel der Unternehmensorganisation“ und die „Zerspantechnik im Fertigungssystem“. Beide Schwerpunkte gehen zurück auf die wissenschaftliche und berufliche Vergangenheit des Institutsleiters.
Im Schwerpunkt Unternehmensorganisation war zunächst das Thema der Rechnerunterstützung bestimmend. Die Verbindung von Computer Aided Design und Computer Aided Manufacturing bildeten den Anfang. Mit der Integration von Computer Aided Planning, Computer Aided Quality Assurance, Produktionsplanungs- und -steuerungssystemen (PPS) und der Entwicklung von Expertensystemen setzte sich die Entwicklung fort bis zum vorläufigen Höhepunkt unter dem Namen Computer Integrated Manufacturing (CIM). Mit Unterstützung des Forschungsministeriums wurde unter der Leitung von Professor Nedeß an der TUHH ein CIM-Technologie-Transferzentrum eingerichtet. Die Arbeiten in dieser Zeit zeigten sowohl die Möglichkeiten als auch die Grenzen des Rechnereinsatzes auf, wobei die Forschung der Zeit hinsichtlich der EDV-Technik deutlich voraus war. Integration bedeutete zunächst im Wesentlichen Systemkopplung über Interfaces mit den damit verbundenen Problemen.


Es folgte, ausgelöst durch das Stichwort Lean Management, ein neuer Schwerpunkt in der Forschung unter der Überschrift „Die Neue Fabrik“, wobei zu Anfang der Rechnereinsatz in den Hintergrund trat. Im Vordergrund standen zunächst der Mensch im Produktionssystem, die betrieblichen Abläufe, die kontinuierliche Verbesserung, die Vermeidung von Verschwendung und die Optimierung der Komplexität.
Durch die Weiterentwicklung der Rechentechnik konnte schnell an die früheren Arbeiten des Instituts angeknüpft und die CIM-Welt mit der Lean-Welt vereint werden. Zu nennen sind Themen wie die rechnergestützte Prozessmodellierung, das Workflow-Management, das Risiko-Management, das Service-Management, das Kompetenz-Management, die Simulation von Fertigungsabläufen und der Virtual Reality Einsatz im Produktionsprozess.
Im Schwerpunkt Fertigungstechnik bzw. Zerspantechnik spielt vor allem das Thema Prozesssicherheit eine wichtige Rolle. Während die ersten Arbeiten sich noch mit den Stahlwerkstoffen beschäftigten, erfolgte bald eine strategische Neuausrichtung der Forschung auf Werkstoffe, die zunächst nicht mit der Zerspanung mit geometrisch bestimmter Schneide in Verbindung gebracht werden: Gummi, weiche Kunststoffe, Hartmetall (als zu bearbeitender Werkstoff), Grafit und in den letzten Jahren verstärkt die im Flugzeugbau eingesetzten Verbundwerkstoffe. In diesem Zusammenhang ist vor allem die erfolgreiche Arbeit von Professor Hintze herauszustellen, der 1999 das Institut verstärkt und die Forschung im Technologiebereich intensiviert hat.
Mit dem Flugzeugbau ist gleichzeitig auch eine der Branchen angesprochen, die für die Arbeiten des Instituts eine Schlüsselrolle darstellt, die Luftfahrt. Eine zweite wichtige Branche ist der Schiffbau mit seinem umfangreichen Zulieferbereich. Wenn diese Branchen herausgehoben werden, darf daraus nicht auf eine Ausschließlichkeit geschlossen werden. Es gibt kaum eine Branche, mit der das Institut im Laufe der Jahre nicht erfolgreiche Projekte abgeschlossen hat.


Das Institut ist eingebunden in ein großes Netzwerk von Wissenschaft, Wirtschaft und Verbänden. Die HAMBURGER GESPRÄCHE sind mittlerweile eine Traditionsveranstaltung, in der neueste Erkenntnisse des Produktionsmanagements diskutiert werden.
Seit April 2009 leitet Professor Lödding das Institut als Nachfolger von Professor Nedeß.


