INSTITUT FÜR UMWELTTECHNIK UND ENERGIEWIRTSCHAFT
Eißendorfer Straße 40
21073 Hamburg
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Projektleitung: Prof. Martin Kaltschmitt,
Mitarbeiter: Hannes Wagner
Stichworte: Bioraffinerie, Biomasse, Vergasung, Biokraftstoffe
Die heute in Deutschland und weltweit betriebenen Bioethanolanlagen haben bisher primär nur das Ziel, aus zucker- oder stärkehaltigen Pflanzenkomponenten Bioethanol für den Kraftstoffmarkt zu erzeugen. Vor dem Hintergrund steigender Preise für landwirtschaftliche Rohstoffe und die notwendige Prozessenergie zur Bioethanolproduktion sowie die nicht proportional steigerbaren Preise für das erzeugte Hauptprodukt Bioethanol, ist es zweckmäßig, die Wertschöpfungstiefe vorhandener Bioethanolanlagen zu vergrößern und zu integrierten Bioraffinerien weiterzuentwickeln. Gleichzeitig kommen die deutlicher werdenden Nutzungskonkurrenzen der eingesetzten Biomassen und die z. T. noch ungenügende Klimabilanz der Bioethanolproduktion immer mehr in die Diskussion; beide Aspekte unterstützen ebenfalls die genannte Notwendigkeit zur forcierten Entwicklung integrierter Bioraffinerien. Vor diesem Hintergrund wird im Rahmen dieses Projektes insbesondere der Einsatz von Lignocellulose als Substrat und die damit einhergehende Weiterentwicklung zu integrierten Bioraffinerie-Konzepten betrachtet. Um neben der Cellulose auch die Ligninbestandteile nutzbar zu machen, werden als Teilprojekt die thermo-chemische Vergasung von Bioraffinerie-Reststoffen und die Bereitstellung von flüssigen und gasförmigen Energieträgern sowie die Versorgung der Bioraffinerie mit Strom und Wärme über geeignete Kraft-Wärme-Kopplungs-Optionen untersucht. In diesem Zusammenhang sollen mögliche Konzepte – bestehend aus Biomassevorbehandlung, Biomassevergasung, Rohgasreinigung und Gasnutzung (z. B. Gasmotor) respektive Biomassevorbehandlung, Biomassevergasung, Rohgasreinigung, Synthese und Rohproduktaufbereitung – erstellt sowie in Bezug auf Stoff- und Energieströme bilanziert werden.