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Grundstudiumskonzeption

Hat man sich für ein spezifisches Studium entschlossen, so muß eine Hauptaufgabe der Studienanfangsphase sein, den Studierenden die Möglichkeit zu geben, in kritischer Selbstreflexion zu erkennen, ob der gewählte Studiengang den persönlichen Vorstellungen entspricht oder ob es sinnvolle Alternativen gibt. Daher muß am Anfang des Grundstudiums ein breites Beratungs- und Informationsangebot studienbegleitend angeboten werden. Ein breites Spektrum der fachspezifischen Methodik und ein hohes Maß an betreuter selbständiger Arbeit im Verbund mit anderen Studierenden soll ein möglichst vollständiges Bild von dem gewählten Studiengang ergeben, um Frustrationen zu verhindern und Fehlentscheidungen vorzubeugen. Gleichzeitig sollte nach dem Vorbild des Leibnitz-Kollegs die Möglichkeit bestehen, im ersten Semester einige einführende Veranstaltungen anderer Fakultäten zu besuchen, da die Zahl der Studierenden, die aus fehlender Orientierung lange Zeit in einem für sie uninteressant gewordenen Studiengang verweilen, signifikant ist. Hier Alternativen aufzuzeigen, muß Aufgabe des ersten Studienabschnitts sein. Aus dem gleichen Grund sollte in diesem Teil des Studiums eine studienbegleitende Information über die möglichen Berufsfelder stattfinden, um später gezielt das weitere Studium organisieren zu können. StudienfachwechslerInnen dürfen nicht bestraft, sondern müssen in ihrer Entscheidung unterstützt werden. In dieser Phase ist der Beginn eines Reflexionsprozesses über die Institution Hochschule, den Wissenschafsbetrieb und das gewählte Studienfach notwendig, der im weiteren Studium vertieft werden muß. Hier eine weitere Vor- oder Zwischenprüfung einzuführen, ist kontraproduktiv.

In Zusammenarbeit mit den Industrie-, Handels- und Handwerkskammern sowie den Arbeitsämtern muß eine Regelung gefunden werden, StudienabbrecherInnen einen Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen, der die Zeit an der Hochschule nicht als verlorene Zeit verwirft.


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Wed Nov 16 15:20:09 MEZ 1994