Institut für Technik und Gesellschaft
Das Institut stellt sich vor

Forschungsgebiete

Das Institut für Technik und Gesellschaft (W-5) gehört heute zum Studiendekanat Management-Wissenschaften und Technologie. Ursprünglich hat das Institut seine Tätigkeit Anfang 1996 als "Arbeitsbereich Technikbewertung und Technikgestaltung" im Forschungsschwerpunkt Stadt, Umwelt, Technik der TUHH aufgenommen. Er befasst sich aus soziologischer Sicht mit einem aus den USA stammenden neuen Forschungsgebiet, dem "Technology Assessment", das sich bei uns unter dem Namen "Technikfolgenabschätzung" oder "Technikbewertung" eingebürgert hat. Dazu gehört nach unserem Verständnis auch die "Technikgeneseforschung", weil man ohne Berücksichtigung der Entstehungsbedingungen - der "Genese" einer Technik - keine angemessene Analyse und Bewertung der Technikfolgen vornehmen kann. Damit betreten wir ein in inhaltlicher und programmatischer Hinsicht hoch dynamisches interdisziplinäres Zukunftsfeld. Technikbewertung hat noch keine scharfen Umrisse, kennt keinen etablierten Themenkanon, keine einheitlichen Fragestellungen und Methoden und verfügt über kein allgemein anerkanntes Forschungsparadigma. Kurzum: Es unterscheidet sich auf ziemlich grundlegende Weise von den uns bekannten und vertrauten Fachdisziplinen und Forschungsgebieten. Das ist eine Gestaltungschance, die wir genutzt haben, um in Forschung und Lehre deutliche Akzente zu setzen. In der Forschung liegt der Akzent auf dem Zusammenhang von Technik und Gesellschaft - exemplarisch am Beispiel von Informations- und Kommunikationstechnologien - und in der Lehre liegt der Schwerpunkt auf den Methoden der Technikfolgenabschätzung und techniksoziologischen Problemstellungen.

Forschung

Um die gestaltungsorientierte Technikfolgenforschung mit der innovationsbezogenen Technikgeneseforschung zu verbinden, verfolgen wir ein empirisches Forschungsprogramm, das den Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK-Technologien) besondere Aufmerksamkeit widmet. Als Querschnittstechnologie bietet die IuK-Technik den entscheidenden Vorzug, dass sich von hier aus ein breites Spektrum unterschiedlicher Fragestellungen und Themen des technischen Wandels und seiner gesellschaftlichen Voraussetzungen und Folgen einschließlich der Probleme der Forschungs- und Technologiepolitik und des Innovationsmanagements erschließen lassen: Erfindung, Einführung und Auswirkungen neuer Technologien in Industrie und Dienstleistung, Gestaltung großtechnischer Systeme, Risiko- und Sicherheitsforschung, Innovationsprozesse und gesellschaftliche Folgen der Telematik, Telekommunikation und Multimedia, (Verteilte) Künstliche Intelligenz und wissensbasierte Systeme, Telemobilität, Verkehrssysteme und Logistik sowie allgemeine Fragen der Wissens- und Informationsgesellschaft.

Lehre

Das besondere Leistungsprofil, das unser Studienangebot zur Techniksoziologie gegenüber anderen vergleichbaren Lehrangeboten auszeichnet, liegt in der starken Betonung der empirischen Methoden der Technikfolgenabschätzung und Technikbewertung. Ziel ist es , die Studierenden mit dem nötigen methodischen Instrumentarium auszurüsten, um sie in die Lage zu versetzen, neue Problemstellungen selbstständig zu erarbeiten, empirisch zu analysieren und praxisnahe Lösungen vorzuschlagen und zu präsentieren. Wir gehen davon aus, dass Vorlesungen oder "Trockenkurse" nicht dafür geeignet sind, um sich gute Methodenkenntnisse anzueignen. Deshalb steht für uns die aktive Mitarbeit der Studierenden in der Lehre und die praxisorientierte Vermittlung der Methoden an erster Stelle. Dies gilt auch in besonderem Maße für unsere englischsprachige Veranstaltung ("Methods of Technology Assessment"), die wir im Rahmen internationaler Master-Studiengänge der TUHH anbieten. Für alle  Studierenden bieten wir eine soziologische Vorlesung zur "Gesellschaft im Wandel" an sowie Seminare zur Kommunikationstheorie und zur Wirtschafts- und Managementsoziologie. Über die Beteiligung von Professor(inn)en anderer Institute an der TUHH als Erst- oder Zweitgutachter ist selbstverständlich auch eine Betreuung von Diplomarbeiten und Dissertationen mit interdisziplinär angelegten Themenstellungen gewährleistet.