"Vom Weichenhebel zum elektronischen Bedienstift:
Auswirkungen auf die
Arbeit und die Konstruktion des Mensch-Maschine-Verhältnisses am Beispiel
des Stellwerks Hamburg-Altona"
Verfasserin:
Daniela Hinck
Zusammenfassung:
In dieser Arbeit geht es um den technischen Wandel im Stellwerk Hamburg-Altona - konkret
um die Umstellung der Stellwerkstechnik von Mechanik auf Computertechnologie im Jahr 1995.
Zwei Hauptfragestellungen liegen der Diplomarbeit zugrunde: 1. Welche Veränderungen in
Bezug auf Qualifikationsanforderungen und Belastungen sind damit für die Bediener verbunden?
2. Wie gestaltet sich das neu entstandene Mensch-Maschine-Verhältnis im Stellwerk Altona?Die empirische Datenbasis dieser Arbeit setzt sich dabei folgendermaßen zusammen:
Ergebnisse der im Stellwerk Altona durchgeführten Fallstudie in Form von teilstandardisierten
Leitfadeninterviews und offener teilnehmender Beobachtung sowie Heranziehung ergänzender
Textmaterialien.Die Herangehensweise unterlag dabei einem besonderen Blickwinkel: Nicht Vollständigkeit
und Objektivität stehen auf dem Programm, sondern es wird sich ganz bewußt auf die subjektive
Wahrnehmung der Bediener eingelassen. Was sie als zentrale Veränderungen sehen und
wie sie diese bewerten steht im Vordergrund.Um dem Leser einen Einstieg und Überblick zu verschaffen, erfolgt nach der Beschreibung
des methodischen Vorgehens zunächst eine theoretische Einführung zum Zusammenhang
von technischem Wandel und Arbeit. Im Anschluß wird übergegangen zum "Ort des Geschehens",
dem Stellwerk. Nach einer kurzen historischen Darstellung der technischen Entwicklungsstufen
von Stellwerken allgemein geht es um das Stellwerk Altona im besonderen.Der Hauptteil der Diplomarbeit beginnt mit einer Analyse der Arbeitssituation im Stellwerk.
Zunächst wird untersucht, wie sich die Einführung des elektronischen Stellwerks auf formale
Aspekte der Arbeitssituation (Arbeitsaufgaben, -organisation etc.) auswirkt. Thema der nächsten
Abschnitte ist, welchen Einfluß die computergesteuerte Anlage auf Qualifikationen und
Belastungen der Bediener hat und - vor allem - wie die Bediener diesen erleben und bewerten.
Im Vergleich zur Tätigkeit auf den mechanischen Stellwerken hat sich die Arbeit mit der
Einführung der mikroprozessorengesteuerten Stellwerksanlage erheblich gewandelt. Einige
der herkömmlichen Anforderungen/Belastungen sind weggefallen, andere sind hinzugekommen.
Die Einführung der Computertechnologie kann nicht pauschal auf eine Arbeitserleichterung
reduziert werden, sondern bedarf einer differenzierten Betrachtung. Bei den Qualifikationen
spielen u.a. Aspekte wie Erfahrungswissen, Geschicklichkeit im Umgang mit der Maschine,
Routine, Denkleistungen, Abstraktion und Entsinnlichung der Arbeit eine Rolle. Als Belastungen
sind u.a. Kontrollverlust, Zwangshaltungen, und Probleme bei der Informationswahrnehmung
und -verarbeitung zu nennen.In den folgenden Abschnitten des Hauptteils wird das Mensch-Maschine-Verhältnis im Stellwerk
Altona analysiert. Er beginnt mit der Beschreibung des konkreten Mensch-Maschine-Verhältnisses
im Stellwerk Altona. So wird z.B. die Arbeitsweise des Computers als sicher und zuverlässig
bezeichnet, der Mensch hingegen habe dafür das Wissen, die Erfahrung und könne denken.
Da der Computer nur die Arbeitsschritte vollziehen kann, die ihm vorher vom Menschen ein-
programmiert wurden, wird er nach Ansicht der Bediener diesen nie ganz ersetzen können.
Es folgt ein kurzer Abstecher in das Forschungsgebiet der Künstlichen Intelligenz, im Zuge
dessen die Frage nach intelligenten Computertechnologien gestreift wird.Im Schlußteil der Arbeit werden die Ergebnisse noch einmal zusammengefaßt und
Perspektiven aufgezeigt, wie sich diese in der theoretischen Auseinandersetzung niederschlagen
könnten/sollten. Weiterhin erfolgt eine Einschätzung, inwieweit die "Fallstudie Stellwerk Altona"
auf andere Fälle übertragbar, also verallgemeinerbar ist.
Bei Interesse, Fragen, Anregungen, Kritik etc. kann gern mit mir (schriftl. oder per e-mail)
Kontakt aufgenommen werden.