GOLEM - Gruppen-Orientierte Lehre mittels E-Learning und Multi-Media

In diesem Forschungsprojekt werden multimediale Techniken und die elektronische Vermittlung
von Lehrinhalten eingesetzt, um universitäre Vorlesungen als räumlich verteilte und gleichzeitig
interaktive Veranstaltungen zu realisieren. Dabei steht nicht die bloße elektronische Überbrückung
bestehender räumlicher Entfernungen im Sinne des 'distance learning' Ansatzes oder die Vermittlung
bestimmter Lehreinheiten über internetgestützte Lehrprogramme im Vordergrund: Vielmehr soll
gerade die räumliche Trennung der Teilnehmer und deren gleichzeitige Zusammenführung über
multimediale Kanäle die Möglichkeit eröffnen, die Interaktion von Akteuren in unterschiedlichen Rollen
zu vermitteln. Dabei geht es um die Erprobung eines Testszenarios in Experimenten zur
Nutzerakzeptanz von technischen Lösungen ("Usability Tests"). Konkret sollen die von den
Vorlesungsteilnehmern eigenständig in Kleingruppen entwickelten und programmierten Interface-
applikationen wechselseitig getestet werden.

Durch diese Methodik zeichnen sich neuartige Lehr- und Lernmethodologien ab, welche neben der
Vermittlung von praxisrelevanten Grundlagenwissens und eigenständigen, problem- und handlungsorientierten
Lernens die Partizipationsmöglichkeiten, Perspektiven und Kontexte erheblich vergrößern.

Im Rahmen des Forschungsprojektes wird zur Ergänzung der Lehrveranstaltung eine Lernplattform
mit weiterführenden Lehrmaterialien sowie der Dokumentation der Tests und ihrer Ergebnisse erstellt, die
langfristig auch nachfolgenden Studierenden und grundsätzlich am Thema "Usability Testing"
Interessierten von Nutzen sein wird.

Projektförderung

Das Projekt GOLEM wird im Rahmen des Hamburger Sonderprogramms
"Projektförderung E-Learning und Multimedia 2002 - 2004"
durch das E-Learning-Consortium Hamburg (ELCH ) gefördert

 

Offizielle Projekt-Site

http://www.tuhh.de/e-learning/golem


Projektpartner

Technische Universität Hamburg-Harburg
Arbeitsbereich 1-11 (Technikbewertung und Technikgestaltung)
Prof. Malsch,
Dr. Hillebrand,
Dipl. Soz. Lührs,
Dipl. Soz. Hohberg

Technische Universität Hamburg-Harburg
Fakultät "Elektro- und Informationstechnik" und "Bauwesen"
Arbeitsbereich 4-06 (Kommunikationsnetze)
Prof. Killat,
Dr. Kreft


Projektorganisation

Das Projekt ist aufgrund seiner interdisziplinären Konzeption eingebettet in die zwei unterschiedliche
Arbeitsbereiche der Technischen Universität Hamburg-Harburg:

- "Kommunikationsnetze" (AB 4-06) / Studiendekanat "Elektro- und Informationstechnik", Forschungs-
schwerpunkt 4 "Informations- und Kommunikationstechnik". Von dem Arbeitsbereich wird auch der
Masterstudiengang Information and Media Technologies (IMT) koordiniert.

- und "Technikbewertung und Technikgestaltung" (AB 1-11) / Studiendekanat Bauwesen Forschungs-
schwerpunkt 1"Stadt, Umwelt und Technik"

Diese arbeiten in enger Kooperation an der Konzeptionierung und Umsetzung des Forschungsvorhabens,
indem sie ihre jeweilige Fachkompetenz in das Projekt einbringen und es dadurch komplementär,
fachübergreifend gestalten.

Der Arbeitsbereich "Kommunikationsnetze" (AB 4-06) ist in seiner Rolle als Veranstalter der Lehrveranstaltung
"Man-Machine-Interfaces" hauptverantwortlich für die Ausrichtung und praktische Durchführung der Vorlesung
sowie ihrer räumlich-technischen Ausstattung und medialer Vernetzung. Dazu gehört auch die Anpassung der
inhaltlich und technischen Anforderungen, die sich aus dem methodologischen Grundkonzept des Forschungs-
projektes ergeben, an die Lehrinhalte dieser Lehrveranstaltung und ihre Vermittlung in der Praxis.


Der Arbeitsbereich "Technikbewertung und Technikgestaltung" (AB 1-11) dagegen ist für die methodologische
Basis des Forschungsprojektes zuständig. Dazu zählen die Entwicklung eines Evaluationskonzeptes, welches
sich sowohl auf die Evaluation der Vorlesung "Man-Machine-Interfaces" in ihrer angestrebten Neugestaltung
und Ausrichtung mit praktischen Usability Tests und ihrer medialen Verbindung bezieht, sowie deren im
Anschluss an die praktische Testphase durchgeführte Auswertung und der Darstellung der daraus resultierenden
methodischen Forschungsergebnisse.

Die interdisziplinäre Ausrichtung des Projektes durch die praktische Zusammenarbeit der beiden Arbeitsbereiche
"Kommunikationsnetze" und "Technikbewertung und Technikgestaltung" implizieren darüber hinaus den wechsel-
seitigen, praxisrelevanten und fruchtbaren Wissenstransfer zwischen Techniksoziologie auf der einen und der
Informations- und Kommunikationstechnik auf der anderen Seite.

Die Vorlesung "Man-Machine-Interfaces", die dem Projekt als konkreter Anwendungsfall zugrunde liegt, ist
Bestandteil des Masterstudiengangs Information and Media Technologies (IMT) und somit eine Lehrveranstaltung
des auslandsorientierten Studienprogramms der Technischen Universität Hamburg-Harburg. Dieses internationale
Studienprogramm, bestehend aus einem interdisziplinären Bachelor- und mehreren Master-Studiengängen, ist
bereits eine Umsetzung der durch die zunehmende Globalisierung der Märkte bedingten aktuellen Anforderungen,
universitäre Ausbildung verstärkt zu internationalisieren. Durch die Mischung von Teilnehmern aus den
unterschiedlichsten Kulturkreisen in der Veranstaltung kann während der praktischen Durchführung ein breites
Spektrum an zum Teil sehr differenzierten subjektiven und kulturell bedingten Wahrnehmungen und Empfindungen
erwartet werden, die für die Testsituation und Evaluation besonders bedeutsam und von hohem wissenschaftlichen
Interesse sind.