Ziel des Tandemprojektes von Informatikern und Soziologen ist
es, am Beispiel der Organisation kooperativer Formen
zwischenbetrieblicher Transportplanung und –disposition, Prozesse der
Entstehung und des Wandels sozialer Strukturen zu erforschen und
für künstliche Sozialsysteme zu modellieren. Aus der Sicht
der Verteilten Künstlichen Intelligenz (VKI) geht es darum, die
Verwendung soziologischer Kategorien durch eine systematische
Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Institutionalisierungsformen
(bei ökonomischen Aktivitäten z. B. "Markt", "Netzwerk" oder
"Organisation") zu fundieren. Es soll an dieser Stelle anhand von
messbaren Kriterien überprüft werden, wie sich solche
Institutionalisierungsformen auf die Leistungsfähigkeit von
Multiagentensystemen auswirken und inwiefern sie zur
Leistungssteigerung beitragen können. Dabei soll die in der VKI
benutzte Semantik mit Hilfe soziologischer Kategorien, theoretischer
Konzepte und Methodologien weiterentwickelt und für die
Konstruktion von Makrotheorien des Sozialen fruchtbar gemacht werden.
Aus soziologischer Perspektive wird die Übertragbarkeit der
Habitus-Feld-Theorie von Pierre Bourdieu auf ein bislang
vernachlässigtes Forschungsfeld — die Organisation der
zwischenbetrieblichen Kooperation von Wirtschaftsunternehmen —
empirisch analysiert und die theoretische Tragfähigkeit des
Modells für die Erklärung "menschlicher" und
"künstlicher" Gesellschaftsformen untersucht.
1. Forschungsphase (1999-2001)
In der ersten Projektphase wurde die Übertragbarkeit der
Habitus-Feld-Theorie auf der sozialen Mikroebene am Beispiel
zwischenbetrieblicher Kooperationen in der Transportwirtschaft
untersucht. Zwischenbericht
über die Ergebnisse der ersten Forschungsphase
2. Forschungsphase (2001-2003)
In der zweiten Phase
wurde das Phänomen der "Robustheit" und "Lernfähigkeit" auf
der Mesoebene der Sozialität am Beispiel der Anwendungsdomäne
elektronischer Märkte erforscht und modelliert. Zwischenbericht über die
Ergebnisse der zweiten Forschungsphase
3.
Forschungsphase (2003-2006)
Die dritte Forschungsphase thematisiert Fragen der Autonomie und
Selbstregulation auf der Makroebene der Sozialität. Dies erfolgt
durch die theoretische Fundierung und Analyse sozialer Institutionen
auf Basis der Habitus-Feld-Theorie Bourdieus sowie deren Modellierung
und Implementierung in semi-offenen Multiagentensystemen.
Abschlussbericht über die Ergebnisse
der dritten Foschungsphase