Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die
Wirkungsweise und Inspirationskraft von Sozialmetaphern im
Innovationsgeschehen der "Verteilten Künstlichen Intelligenz"
(VKI) aus techniksoziologischer Sicht zu
untersuchen. Seit der Entstehung der VKI vor etwa fünfzehn Jahren
spielen soziale Metaphern in den
Arbeiten dieser neuen Forschungsrichtung eine gewichtige Rolle. Aus diesem
Anlaß kann man fragen,
ob der Bezug auf soziale Metaphern eher bloß rhetorischer Art ist
oder ob er eine praktisch innovatorische
Bedeutung für die technologische Entwicklung verteilter intelligenter
Systeme hat. Können Phänomene
des sozialen Lebens als Vorbilder oder als Inspirationsquellen dienen,
um neue Technologien hervorzu-
bringen? Im Mittelpunkt des Projekts steht das Problem der direkten
oder indirekten Exploitierbarkeit
sozialer Metaphern und soziologischer Konzepte für die Entwicklung
verteilter informations- und
kommunikationstechnischer Systeme. Dabei gilt unsere besondere Aufmerksamkeit
einem Innovations-
pfad, den wir als "Metaphernmigration" bezeichnen wollen: der
kreative Umbau von Sozialmetaphern in
technische Innovationen, denen die Metapher, der sie sich ursprünglich
verdanken, nicht mehr
anzusehen ist. Es ist geplant, die innovatorische Bedeutung der Sozialmetaphern
in der VKI anhand
von qualitativen und quantitativen Analysen der VKI-Literatur und mithilfe
problemzentrierter Experten-
interviews zur Umstellung von Sozialmetaphern von sozialer Referenz auf
computertechnische Referenz
empirisch zu rekonstruieren.