Absolventenportraits
Martin Raeth – ein Bergsteiger bei der Lufthansa Technik
Höhenangst kennt Martin Raeth nicht – im Gegenteil. Seine Leidenschaft sind die Berge. Hoch hinaus, darum geht es auch in seinem Beruf. Der Diplomingenieur arbeitet bei der Lufthansa Technik (LHT) im Bereich des Kabinenumbaus für VIP-Flugzeuge und ist dort seit Mai an der Auslegung und Konstruktion von Wasserversorgungssystemen der Flugzeugkabinen beteiligt. Der 29-Jährige studierte an der TUHH Maschinenbau mit der Vertiefungsrichtung Konstruktionstechnik und dem Schwerpunkt Flugzeug-Systemtechnik. Wegbereitend für seinen beruflichen Einstieg bei LHT sei außer seiner grundsätzlichen Begeisterung für die Luftfahrt, sein Fachwissen gepaart mit seinen in Praktika erworbenen Erfahrungen in der Industrie. Raeth stammt aus einer Trittauer Bergsteiger-Familie, die bereits in der dritten Generation in den Alpen kraxelt. In seiner Freizeit spielt er zudem gern Gitarre.
Mike Seelisch entwickelt Leiterplatinen
Eigentlich wollte er Tontechniker werden. Dann entschied sich Mike Seelisch für ein Studium der Elektrotechnik an der TUHH und seit August dieses Jahres entwickelt der Diplomingenieur für die Firma Plath EFT in Norderstedt Leiterplatinen nach den Richtlinien der elektromagnetischen Verträglichkeit unter anderem für Radarsysteme. Dass er im Studium gerade in den ersten beiden Semestern "erhebliche Startprobleme" hatte, hat ihn geärgert, aber nicht wirklich ernsthaft dazu geführt, ans Aufgeben zu denken. "Statt an sich zu zweifeln, sollte man diese Energie lieber ins Studium stecken", sagt er. Als Designer für elektronische Leiterkarten kann er sein an der TUHH erworbenes Wissen heute sehr gut anwenden. Seelisch ist begeisterter Marathonläufer und Radsportler und trainierte während des Studiums rund ums Jahr beispielsweise für den Hamburg-Marathon. Seine familiären Wurzeln liegen in Eisenhüttenstadt bei Frankfurt/Oder. 1990, kurz nach der Wende, kam er mit seinen Eltern, die heute in Stockholm leben, nach Hamburg. Die Nähe zum Campus hat er trotz seines Einstiegs ins Berufsleben nicht verloren. Mike Seelisch wohnt nach wie vor in Sichtweite zum Campus.
Martin Krähling hat ein Faible für Roboter
Roboter haben ihn schon als Kind begeistert und diese Welt der autonomen Systeme hat ihn nicht mehr losgelassen. Martin Krähling studierte an der TUHH konsequenterweise Mechatronik. Jetzt ist er Ingenieur und entwickelt automatische Notbrems- und andere aktive Sicherheitssysteme für Autos. Zwischendurch war er ein Jahr in Neuseeland, unter anderem um an der University of Aukland seine Studienarbeit zu schreiben – über Roboter, die Autos steuern. Seit Mai ist der 27-jährige Stader für die Entwicklung von Sicherheits- und Fahrerassistenzsystemen bei der Ibeo Automotive Systems GmbH zuständig und gehört damit zum Team des weltweiten Technologieführers für laserbasierte Fahrassistenzsysteme. Martin Krähling ist begeisterter Kitesurfer.
Sarah Beyer baut Flugzeugkabinen in Hamburg
Sarah Beyer ist mit ihrem ersten Job im Flugzeugbau gelandet. Als eine von drei Frauen, die im zurückliegenden Halbjahr neben 43 männlichen Kollegen ihr Diplom im Maschinenbau an der TUHH machte, fand die Diplomingenieurin bei der Firma Philotech GmbH, einem Ingenieurdienstleister bei Airbus, sofort eine Anstellung. Seit Juli 2011 plant die 31-Jährige Flugzeugkabinen, konkret geht es an ihrem Arbeitsplatz um die Bereiche der Licht -und Kommunikationssysteme an Bord des A380 sowie A350. "Ich bin sehr glücklich, alles geschafft zu haben", sagt sie und meint damit keineswegs allein das nicht immer einfache Studium an der TU Hamburg-Harburg. Sarah Beyer leidet unter Neurodermitis und musste im Studium deshalb öfters Zwangspausen einlegen, um sich stationär behandeln zu lassen. Doch auch das hat die Frohnatur aus Bonn nicht aufgeben lassen -- im Gegenteil. "Ich bin ein Kämpfertyp", sagt sie, "und jetzt einfach nur glücklich, trotz aller Strapazen endlich als Ingenieurin arbeiten zu können." Ihr Lebensmotto, das sie gern an Erstsemester weitergibt: "Nie zu früh aufgeben, immer wieder aufstehen und weitermachen. Irgendwann zahlt sich genau das aus".
Stahl ist die Welt von Jesus Robles
Hamburg ist das zweite Zuhause von Jesus Robles aus Chihuahua. Der Mexikaner arbeitet seit April 2011 als Ingenieur beim größten Stahlhersteller der Welt: Mit dem Master of Science in International Production and Management in der Tasche plus dem MBA in Technology Management fand der Ingenieur bei der ArcelorMittal Hamburg GmbH sofort eine Anstellung. Einblicke in das Unternehmen hatte der heute 29-Jährige als Firmen-Stipendiat dieses Weltkonzerns bereits während seines Studiums am Northern Institute of Technology (NIT) Management an der TUHH gewonnen. In seiner ersten Aufgabe – in der Abteilung Prozesstechnologie – geht es um die Einsparung von Ressourcen, Geld, Zeit und Energie. Privat ist Robles ein Meister in der Zubereitung mexikanischer Spezialitäten, worüber sich besonders seine brasilianische Ehefrau freut, die er während des Studiums kennenlernte und die ebenfalls das Doppelstudium an der TUHH und am NIT absolvierte. Beide lieben die Musik, das Theater und den Tanz.
Ingenieur in Deutschland – für Andrej Ulachowitsch hat sich einen Traum erfüllt
Abitur, Ingenieurstudium, Beruf - das sind die klassischen Etappen im Werdegang eines Ingenieurs, nicht so bei Andrej Ulachowitsch. Der Weißrusse hatte noch weitere Hürden zu bestehen, um sein sehnlichstes Ziel, eines Tages als Ingenieur in Deutschland arbeiten zu können, zu erreichen. Ulachowitsch hatte zunächst in seiner Heimat Landwirtschaft studiert. 2004 war er gemeinsam mit seiner damaligen Ehefrau aus Wizebsk, der Heimatstadt Marc Chagalls, nach Hamburg gekommen. Kurze Zeit später bekam er an der TU einen Studienplatz in Verfahrenstechnik. Parallel zum Studium verdiente er sich das Geld für den Lebensunterhalt und lernte die deutsche Sprache. Seit wenigen Wochen nun hat der heute 34-Jährige sein Ziel erreicht: Ulachowitsch gehört seit Juni 2011 zu den 130 Mitarbeitern der Oxxynova GmbH in Steyerberg bei Nienburg an der Weser. Das Unternehmen stellt Grundstoffe für Polyesterfasern her, aus denen zum Beispiel Airbags und Sicherheitsgurte hergestellt werden. Ulachowitschs Aufgabe ist es, den verfahrenstechnischen Produktionsprozess in diesem Unternehmen der Grundstoffchemie unter dem Gesichtspunkt der Energieeinsparung zu optimieren. Einmal im Jahr fliegt er in seine Heimat Wizebsk, und mindestens dreimal im Monat fährt er aus dem ländlichen Steyerberg nach Hamburg, um seine Freundin, eine Lettin aus Riga, zu besuchen.
Thomas Hinsch hat seinen Arbeitsplatz bei Rolls Royce
Vor Kurzem hat er noch in Hamburg an der TU Aerodynamik und Akustik gebüffelt, seit August 2011 arbeitet Thomas Hinsch beim Triebwerkshersteller: Rolls Royce. Die Aufgabe des jungen Diplomingenieurs ist es, unterschiedliche Forschungsprojekte, die sich mit der Verkleidung von Triebwerken beschäftigen, zu koordinieren. Im Mittelpunkt steht dabei die so genannte Triebwerksgondel. Es ist die Stellschraube zur Reduzierung der Lärmemission des Triebwerks einerseits und andererseits trägt sie maßgeblich zum Gewicht des Triebwerks bei. Für seine neue Aufgabe bringt der gebürtige Hamburger das entsprechende Wissen mit. Thomas Hinsch hat an der TUHH Maschinenbau mit der Vertiefungsrichtung Flugzeug-Systemtechnik studiert und sich in seiner Diplomarbeit mit der Lagerhaltung von Flugzeugersatzteilen bei Lufthansa Technik auseinander gesetzt.
Andrea Annemike Stooß - Ressourcen sparen in der Stadt
Andrea Annemike Stooß sucht nach Wegen, wie Hamburg künftig noch mehr Ressourcen in der Abfallwirtschaft sparen kann. Die 26 jährige Ingenieurin ist im Team einer siebenköpfigen Projektgruppe der Stadtreinigung Hamburg mit dieser Zukunftsfrage beschäftigt. Die am 1. Dezember in Tangstedt den Probebetrieb aufnehmende Biogasanlage der Stadtreinigung Hamburg ist auf dieser ressourcensparenden Route ein wichtiger Meilenstein. Andrea Annemieke Stooß stammt aus Aachen und hat an der TUHH Energie-und Umwelttechnik studiert. Der TUHH bleibt sie vorerst noch verbunden. Parallel zu ihrer Arbeit bei der Stadtreinigung will die Ingenieurin am Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft der TUHH promovieren. Andrea Annemieke Stooß spielt Volleyball bei Grün-Weiss Eimsbüttel.
Celal Göksel Can entwickelt Autoreifen
Wenn Celal Göksel Can aus Antalya Deutsch spricht, dann hört man ihm gern zu. Jeder Satz sitzt und klingt, die Grammatik ist fehler- und die Aussprache akzentfrei. Sein herausragendes Deutsch erwarb sich der Ingenieur während seines TUHH-Studiums in den täglichen Gesprächen mit seinen deutschen Kollegen bei seinem Praktikum bei der BASF in Ludwigshafen. Die Grundlagen hatte er zuvor in Sprachkursen an der TUHH gelegt. Can kam 2008 nach seinem erfolgreichen Bachelorstudium an der TU Istanbul an die TU Hamburg, wo er im internationalen Master-Studiengang International Production Management den Titel Master of Science erwarb. Seit wenigen Wochen arbeitet er in Hannnover beim Reifenhersteller Hankook Tire. Dort ist Can als Entwickler tätig, zuständig für die Verbesserung der Reifenproduktion. „Sie sollen leiser werden, leichter zu bremsen sein und an vielen anderen Stellen optimiert werden“, sagt er über seine neue Aufgabe.
Sascha Backhaus - Fertigungstechnologien für die Flugzeuge von morgen
Sascha Backhaus verkörpert die Durchlässigkeit des deutschen Bildungssystems par exzellence. Der ehemalige Auszubildende aus dem niedersächsischen Varel ist heute Projektleiter der CTC GmbH in Stade. Dazwischen liegen äußerst erfolgreiche Lehr-und Studienjahre: Backhaus, ältester Sohn eines Elektromeisters, absolvierte zuerst eine Berufsausbildung zum Mechatroniker bei Airbus Deutschland GmbH in Varel. Im Anschluss folgten, einhergehend mit Praxiseinsätzen im In- und Ausland, ein Diplomstudium an der Fachhochschule in Kiel, alsdann ein Masterstudium an der TU Hamburg - beide ebenfalls im Fachgebiet der Mechatronik - kombiniert mit einem parallel belegten MBA-Studium am Northern Institute of Technology. Stets war es seine Begeisterung für automatisierte Prozesse und den Flugzeugbau, die ihn antrieb und bis heute fasziniert. Seit Juli begleitet Sascha Backhaus als Projektleiter die Entwicklung automatisierter Fertigungsverfahren von Faserverbundbauteilen im Composite Technology Center Stade (CTC GmbH) und schafft damit Grundlagen für den kosteneffizienten Bau zukünftiger Airbus-Modelle in CFK-Leichtbauweise. Seine bevorzugten Beschäftigungen in der Freizeit sind das Kitesurfen an der Ostsee oder Ausflüge mit dem Mountainbike in die Harburger Berge.




















