Energieeffizienz / Energieeinsparung in der Wasserversorgung

Zielstellung des DBU/DVGW-Projektes ist es, deutschen Wasserversorgungsunternehmen (WVU) Handlungsempfehlungen zur Energieeinsparung und zur Erhöhung der Energieeffizienz geben zu können. Der Fokus liegt insbesondere auf der Anwendung in kleinen und mittelgroßen Wasserversorgungsunternehmen.

Die Optimierungsstrategie wird alle Bereiche der Wasserversorgung (Wassergewinnung, -aufbereitung und -verteilung) und neben Globalverbräuchen auch die Erfassung von Teilprozessen (z.B. Filterspülungen in der Aufbereitung) umfassen.

Im Rahmen der Diskussion um die Modernisierung der Wasserversorgungswirtschaft wird im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit der Versorgungsaufgabe insbesondere auch der Energieeinsatz betrachtet. Dieses betrifft in erster Linie den spezifischen Verbrauch von elektrischem Strom, der in Abhängigkeit von der geographischen Situation im Versorgungsgebiet im Mittel ca. 0,5 kWh/m³ beträgt (DVGW W 611), aber auch Werte über 1,2 kWh/m³ erreichen kann. Der spezifische Energiebedarf ist abhängig von den topographischen Verhältnissen, der Struktur des Versorgungsgebietes, der Art der Wassergewinnung, dem Aufbereitungsverfahren, der Rohrnetzdimensionierung etc. und ist im Einzelfall unterschiedlich ausgeprägt. Da jedoch die Wasserversorgung immer prinzipiell gleich aufgebaut ist (Wassergewinnung, -aufbereitung, -speicherung, -verteilung), ist es möglich, eine Systematik des Energieeinsatzes im Bereich der Wasserversorgung aufzustellen. Eine systematische Erfassung der Energieverbräuche in Zusammenarbeit mit 11 beteiligten WVU ermöglicht es auf der Basis des aufzustellenden Kataloges von Energieeinsparpotentialen und der Ermittlung realer Betriebswerte in konkreten Versorgungssituationen Energieeinsparpotenziale zu identifizieren und darauf aufbauend einen Maßnahmenkatalog für jedes Wasserversorgungsunternehmen mit auf den Einzelfall zugeschnittenen Maßnahmenempfehlungen aufzustellen. Es wird hier kein Benchmarkingprojekt durchgeführt, sondern eine Methodik zur Erfassung der Energieverbräuche sowie zur Berechnung von spezifischen Energieverbräuchen entwickelt, und daraus Energieeinsparpotenziale identifiziert. Die beteiligten WVU werden zum einen sicherstellen, dass die Entwicklung der Systematik praxisnah erfolgt, und gleichzeitig im Laufe des Projektes zu verbesserten Kenntnissen über Energiebilanzen und Einsparpotentialen im eigenen Unternehmens gelangen.

Die Wasserwirtschaft befindet sich in einem ständigen Prozess der Effizienzsteigerung und Kostenminimierung unter der Voraussetzung von Beibehaltung der Versorgungssicherheit und -qualität sowie Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften und technischen Regeln. Durch ein gezieltes systematisches und strategisches Vorgehen ist es möglich, sowohl Kosten- als auch Energieeinsparpotenziale zu erschließen und somit zu einer Entlastung der Umwelt im Hinblick auf den Klimaschutz beizutragen.

Das Ergebnis des Projektes wird ein Handbuch mit Handlungsempfehlungen zur Energieeinsparung und Erhöhung der Energieeffizienz bei WVU in Deutschland sein. Das Gesamtergebnis wird in das DVGW-Regelwerk einfließen und auf Tagungen/Workshops der Öffentlichkeit vorgestellt.

Ansprechpartner:

DVGW-Forschungsstelle TUHH Schwarzenbergstr. 95 21073 Hamburg

Tel. 040/42878-3920
Fax 040/42878-2999