ARGE Grundwasserversalzung
Die Nutzung der Grundwässer in Norddeutschland wird durch geogene sowie anthropogene Verunreinigungen erschwert, teilweise sogar unmöglich gemacht. Eine Einschränkung bzw. latente Gefahr für die Wasserversorgung stellt die Grundwasserversalzung in großen Teilen Norddeutschlands dar. Probleme resultieren aus der Verstärkung natürlicher Prozesse der Grundwasserversalzung durch die Grundwassergewinnung und künstliche Entwässerung.

Die "Arbeitsgemeinschaft Grundwasserversalzung" (ARGE) wurde im März 1995 an der Technischen Universität Hamburg-Harburg gegründet, um eine interdisziplinäre und länderübergreifende Erforschung der Grundwasserversalzung in Hinblick auf eine langfristig schonende Bewirtschaftung der angrenzenden Süßwasservoräte zu ermöglichen. Ihr fachlich beratender Kern besteht aus Vertretern der wasserwirtschaftlichen und geologischen Fach- und Aufsichtsbehörden der fünf nördlichen Flächenbundesländer sowie der Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin. Weiterhin sind an der Arbeitsgemeinschaft die Universitäten Kiel und Münster sowie größere Wasserversorgungsunternehmen beteiligt. Das Gesamtarbeitsprogramm der Arbeitsgemeinschaft ist in der Tabelle dargestellt.
Tabelle: Arbeitsprogramm der ARGE Grundwasserversalzung
| 1. | Datenüberprüfung und -bewertung: Plausibilitätsprüfung und Korrektur bestehender Datenbestände (Zuordnung von Filterstellungen zu Grundwasserleitern, Grundwassermeßdaten, geophysikalische Meßdaten, Analysedaten etc.) |
| 2. | Genese und Typisierung von Salzwässern und versalzten Wässern: a. Nachweis-Methodik der Genese, b. Typen-Klassifikation und –Darstellung. Ziel der Typisierung definieren, daraus Entwicklung von Modellen / Diagrammdarstellungen: Berücksichtigung z.B. von (i) anthropogenen Einflüssen, (ii) Genese der Salzwässer und (iii) Wechselwirkungen Wasser/Gestein |
| 3. | Süß-/Salzwasser-Grenzschicht (Interface), Definition, Ausbildung und Verhalten der Süß-/Salzwasser-Grenzschicht in Abhängigkeit von Grundwasser-Dynamik und Petrographie der Grundwasserleiter. |
| 4. | Dynamik von Salzwasserkörpern: Einflüsse von physikalischen Größen (Dichte, Temperatur, Potentialströmung) sowie Aufbau des Grundwasserleiter-Systems. |
| 5. | Verteilungsstrukturen von Süß- und Salzwässern in regionalen hydrologischen Einheiten: zeitliche Entwicklung und beeinflussende Faktoren. |
| 6. | Hydrochemische Modellierung und Typisierung von Süß- und Mischwässern im Vorfeld/Einflußbereich von Salzwasservorkommen unter Berücksichtigung der Genese. |
| 7. | Entwicklung, Normung und Verbesserung von: a. Meßverfahren, Meßstellen-Ausbau, geophysikal. Vermessung usw. b. Daten-Auswertung und Statistik, c. Grundwassermonitoring. |
| 8. | Bewirtschaftungsstrategien für Grundwässer im Umfeld von Süß-/Salzwasserkomplexen. |
| 9. | Kartendarstellung von versalzten Grundwässern / Salzwasserkörpern: Legende, Maßstab, Nomenklatur. |
Kontakt: Prof. Dr.-Ing. Wilfried Schneider (040) 42878 - 3094
